Jahrgangsstufenversammlung unserer 7. Klassen
An unserer Schule ist es gute Tradition im Laufe des Schuljahres alle Schüler der Mittelstufenklassen zu einer Jahrgangsstufenversammlung zu versammeln. Ziel dieser Veranstaltung ist gemäß dem Arbeitstitel „Vom Ich zum Wir“ die Schülerinnen und Schüler über ihre Schule und ihren Schulalltag reflektieren zu lassen. Zu hinterfragen, was uns an unserer BNS gut und was uns eben nicht so gut gelingt. Also festzustellen, was wir uns bewahren und pflegen sollten, aber auch woran wir noch zu arbeiten haben. Um das festzustellen, nahmen wir uns im Januar 3 Stunden Zeit. Nach einer kurzen Einführung in das Projekt vor dem versammelten Jahrgang in der Bühnenhalle, schloss sich eine Arbeitsphase in den Klassen an, deren Ergebnisse wieder in der Bühnenhalle vor dem gesamten Jahrgang präsentiert worden sind. Jeder einzelne Schüler hatte den Auftrag, je fünf Punkte auf einem Stimmzettel zu benennen, die er positiv an unserer Schule findet und fünf, die seiner Meinung nach verbessert werden müssten. Mit diesem Stimmzettel wurde in Partnerarbeit dann weitergearbeitet. Die Partner stellten ihre Ergebnisse einander vor, diskutierten und erarbeiteten aus ihren Einzelvorschlägen fünf gemeinsame Positiv- bzw. Negativpunkte. Die Partner fanden sich dann mit einer anderen Partnergruppe zu einer Vierergruppe zusammen und erarbeiteten auf Basis ihrer Partnerergebnisse ein Gruppenergebnis der fünf Positiv- und Negativpunkte. Am Ende der Arbeitsphase in den Klassen stand das Votum der Klasse, bei dem jeder einzelne Schüler Gelegenheit hatte, sich im Verlaufe des Prozesses mit seiner Meinung einzubringen. Von den Klassensprechern wurde das Ergebnis dann in der Jahrgangsstufenversammlung den anderen Klassen in der Bühnenhalle präsentiert. Aus den Ergebnissen der Klassen ließ sich dann das folgende Ergebnis des Jahrgangs abbilden.
Unseren Schülern gefällt demnach an unserer Schule:
Negativ wird gesehen:
Es zeigt sich also, dass die Maßnahmen, die nach langer Diskussion getroffen worden sind, um die
Schülerinnen und Schüler im Zuge der ausgeweiteten Beschulung im Rahmen von G8 zu entlasten, sehr positiv aufgenommen worden sind. Die Rhythmisierung des Schulalltags durch die Einführung der Blockstunden und die zeitliche Gestaltung der Pausen ist bemerkenswert positiv bei den Schülerinnen und Schülern aufgenommen worden. Sehr erfreulich auch, das gute soziale Klima. Im Lebensraum Schule angstfrei und im guten Miteinander Leben und Lernen zu können, ist sicher ein ganz bedeutsamer Punkt gelingender christlicher Schule. Dass auch Einrichtungen wie Silentium und Mensa, gute Fachräume sowie gutes Unterrichtsmaterial zum Gelingen von Schule beitragen zumal auch dem Unterricht gute Qualität von Schülerseite bescheinigt wird, ist sehr erfreulich.
Stark in der Kritik steht dagegen die verordnete Neuregelung, derzufolge unsere Schülerinnen und Schüler in den Pausen die Pausenhalle verlassen und die Hofpause im Freien verbringen müssen. Hier besteht der dringende Wunsch, die jahrelang praktizierte alte Regelung wieder einzuführen. Obgleich der Mensaneubau uneingeschränkte Zustimmung gefunden hat, werden das Angebot und die Organisationsform von den Schülerinnen und Schülern sehr kritisch wahrgenommen. Der Geschmack des Essens, die im Vergleich zum Bistro früherer Tage hohen Preise und das unflexible Chipbezahlsystem werden jahrgangsbreit sehr kritisch gesehen. Eine gewisse Frustration zeigt sich bei unseren Schülerinnen und Schülern bei ihren neu zugewiesenen Klassenräumen. Waren die ersten Jahre im Neubau, mit einem großzügigen Raumangebot, mit Schränken und sehr guter medialer Ausstattung ein Ort zum Wohlfühlen, zeigen demgegenüber die Räume aus dem Altbau den Schmuck der 60er und ein etwas beengtes Raumangebot. Die Freundlichkeit und das Mobiliar des Neubaus werden von daher verständlich als Verlust erlebt. Wie in den Jahren zuvor, wird auch diesmal der aus Schülersicht zu geringe Umfang an Klassenausflügen und deren Gestaltung beklagt. Dass Klassenausflüge einen unterrichtlichen Bezug haben sollen und die Gestaltung von daher natürlich einen anderen Rahmen als eine Freizeitaktivität hat, ist noch nicht ganz ins allgemeine Bewusstsein gedrungen. Dass Lernen an außerschulischen Lernorten gleichwohl in nur sehr beschränktem Maße stattfindet, ist aus Sicht der Schülerinnen und Schüler kritikwürdig. Die Ausweitung des Angebots muss sicher diskutiert werden, bedeutet allerdings da
s Fehlen des Fachlehrers in den anderen Klassen.
Eine ganz persönliche Bemerkung zum Schluss. Es ist ja in letzter Zeit geradezu envouge das Verhalten unserer Jugendlichen sehr kritisch zu sehen. Was wird nicht alles beklagt und medial verbreitet, angefangen von der allgemeinen Disziplinlosigkeit bis zum gestörten nazistischen Egomanen als heutzutage normalen Heranachsenden wird vielfach ein einziges Negativbild gezeichnet. Wenn man dagegen mal erlebt, wie diszipliniert und respektvoll unsere Schülerinnen und Schüler sich auch in Großveranstaltungen mit an die hundert Teilnehmer verhalten, wie sie einander zuhören, respektieren und Disziplin wahren, zeigt eine vollkommen andere Welt und wahrscheinlich im überwiegenden Teil unserer Gesellschaft die realere.
Gerhard Spitz
Mittelstufenkoordinator
